BAV AK Mediation und Berliner Anwaltsblatt
„Internationale Streitschlichtung“ – Workshop auf Deutschem Anwaltstag 2025 in Berlin mit Tätigkeitsbericht des Arbeitskreises Mediation (BAV) ab 2023
Der Deutsche Anwaltstag 2025 fand wieder in Berlin statt. Mit seinem dortigen Berliner Salon eröffnete der Berliner Anwaltsverein seinen Arbeitskreisen und Mitgliedern einen eigenen Veranstaltungsplatz.
Der Workshop „Internationale (politische) Streitschlichtung – am Beispiel des Carter Centers und anderer NGOs“ des Arbeitskreises Mediation (BAV) fand statt unter Leitung seines Sprechers Jörg G. Schumacher (Rechtsanwalt und Mediator) am Freitag, den 6. Juni 2025, um 15.45 Uhr, mit reger Teilnahme von interessierten DAT-Besuchern.
Das Carter Center ist eine 1982 vom ehemaligen USPräsidenten Jimmy Carter und seiner Ehefrau Rosalynn Carter gegründete Non-Profit-Organisation. Gemeinsam mit dem Jimmy Carter Library and Museum bildet es das Carter Presidential Center. 2002 bekam Carter den Friedensnobelpreis „für seinen jahrzehntelangen, unermüdlichen Aufwand zum Finden friedlicher Lösungen von internationalen Konflikten“.
Eingeführt wurde in diese Veranstaltung unter den Stichworten: Analyse (Beispiele und Projekte), Mission (Angebotspolitik für internationale Streitschlichtung jenseits der Vereinten Nationen) sowie Vision (Welt besser machen bzw. zumindest verstehen).


Gesammelt und erörtert wurden folgende Begriffe bzw. Institutionen: Atomkraft, Bauernkriege, Bescheidenheit, Bildung, Camp David, China, Christentum, Demokratie, Demut, Diplomatie, Dystropie, Empathie, Entwicklung, Familie, Freiheit, Frieden, Gesellschaft, Glaube, Harvard- Konzept, Himmel, Kolonialzeit, Macht, Mehrheit, Menschenrechte und deren Universalität, Minderheit, Nahost, Nationalismus, NGO, „Oben und Unten“, Oslo- Abkommen, Papst, Paradies, Player, Religion, „Rom“, Russland, Schulden des globalen Südens, Staat, Stakeholder, Steuern, die Gemeinnützigkeit und die 50 % von den anderen Bürgern, Südafrika, USA, Utopie, Vereinte Nationen, Vergangenheit, Völkerbund, Wirklichkeit, Wissen, Wohlwollen, Wunsch, Zukunft, Zwang. Gesammelt und erörtert wurden unter anderem auch folgende Personen des öffentlichen Lebens: Herrhausen, Jimmy Carter, J. F. Kennedy, Rabin und Sadat usw.
Anknüpfend an „Camp David“ wurden unter anderem die folgenden Fragen aufgeworfen:
Warum gibt es noch kein (europäisches) Camp „Ursula“ (frei nach Ursula von der Leyen als Präsidentin der Europäischen Kommission)? Warum gibt es noch kein (deutsches) Camp „Friedrich“ (frei nach Friedrich Merz als deutschem Kanzler)? Warum startet die Europäische Union keine (geostrategische) Rechtsstaatsoffensive und errichtet einen regionalen bzw. internationalen Gerichtshof (Sondertribunal) für die Anrainerstaaten des Mittel- und Schwarzen Meers (Nahost, Nordafrika, Ukraine, Türkei, Russland, Georgien usw.), deren lokale Konflikte sowie die (Menschen) Rechte der Staatsbürger einschließlich etwaiger Flüchtlinge?
Als Antwort(en) bzw. Lösung(en) wurden überwiegend nur „deutsche“ bzw. „mitgliedstaatliche“ Institutionen, Prozeduren bzw. sonstige „nationale“ Angebote gesehen – auch wegen der „Nichtstaatlichkeit“ der Europäischen Union und der „Buntheit“ der Mitgliedstaaten und deren divergierenden „Interessen“.
Zum Schluss wurde noch auf den „Büchertisch“ mit vertiefender bzw. unter anderem folgender Literatur verwiesen: Asseburg: Der Nahostkonflikt; sowie: Der 7. Oktober und der Krieg in Gaza; sowie: Palästina und die Palästinenser; Braun: Jimmy Carter – a Presidential Life of Service, 2024; Brzezinski: Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, 2003; Dippel: Geschichte der USA, 2021; Ehrmann: Söhne der Freiheit – eine deutsche Einwandererfamilie und die Gründung der Vereinigten Staaten, 2023; Frie: Die Geschichte der Welt, 2024; Gronholz: Kulturelle Globalisierung und internationale Kooperation, 2013; Harmes: der NGO-Komplex, 2025; Kosmos: Der neue Kosmos Welt-Almanach, 2025; Mauch: Die Präsidenten der USA; Rudolf: Konfrontationskurs, Der Amerikanisch-Chinesische Weltkonflikt; Tablot: Das Schachbrett des Teufels, 2021; Tablot, The Devil’s Chessboard, 2015; Thevessen: Kampf der Supermächte, Amerika und China auf Konfrontationskurs; United Library: Jimmy Carter – The Biography, 2025; Wikipedia: Camp-David-Abkommen, Camp David II, Jimmy Carter, Harvard-Konzept, Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung, Oslo-Friedensprozess und Jitzchak Rabin.
Nicht zuletzt wurde wegen der etwaigen Fortsetzung des Workshops auf regelmäßige Veranstaltungen des Arbeitskreises Mediation verwiesen – deren Titel zuletzt lauteten:
5. Februar 2025: Referent: Sven Stürmann, Präsident der Beschwerdekammern und des Mediationszentrums des europäischen Amtes „European Union Intellectual Property Office“ – Thema: Alternative Streitbeilegung auf europäischer Ebene – unter anderem im Bereich des geistigen und gewerblichen Eigentums
4. Dezember 2024: Referenten: Nicole Etscheit und Dr. Dietrich Pielsticker, Rechtsanwalt und Notar a. D., Zertifizierter Mediator als Mitherausgeber des Handbuches Mediationsrecht 2024 – Thema: Neue Literatur und Rechtsprechung zur Mediation – unter anderen die Neuauflage des Handbuches Mediationsrecht
10. April 2024: Thema: Der neue (digitale) DIHKSchiedsgerichtshof – Referat: Dr. Christian Groß – Ort: DIHK, Breite Straße 29, 10178 Berlin
7. Februar 2024: Thema: Potenzial des frühen ersten (isolierten) Termins zur Verfahrenssteuerung. Referat: Prof. Dr. Reinhard Greger – Ort: Online
6. Dezember 2023 – Thema: Bericht und Diskussion mit dem BMJ und SVJ über die neuen „Zertifizierungsregeln“ und „Commercial Courts“ bzw. etwaige „Multi-Door- Courthouse“
4. Oktober 2023 – Thema: Bericht über die Berliner Justiz und deren Zukunft – unter anderem „Commercial Courts“ bzw. etwaige „Multi-Door-Courthouse“ – Ort: StBV, Littenstr. 10, 10179 Berlin
31. Mai 2023 – Thema: Workshop mit Güterichtern (m/w/d) – Erfahrungsberichte und Gedankenaustausch – Ort: DAV-Haus, Littenstr. 11, 10179 Berlin
Über diese Veranstaltung wurde im Berliner Anwaltsblatt berichtet (BAB 2023, 364).
„Der Erfahrungs- und Wissensaustausch soll durch Vorträge gepflegt werden, auch mit Unternehmens- und Verwaltungsmediatoren sowie Mediatoren aus anderen freiberuflichen bzw. gewerblichen Berufen“
In seinen nächsten Veranstaltungen (nächste Berliner Termine: 1. Oktober 2025, 3. Dezember 2025 sowie 4. Februar 2026ff – regelmäßig am ersten Mittwoch in geraden Monaten ab 18.30 Uhr) wird sich der Arbeitskreis auch wieder mit Innovationen und sonstigen Zukunftstrends wie der künstlichen Intelligenz und den Ideen seiner Teilnehmer befassen.
Unverändert soll der Erfahrungs- und Wissensaustausch durch Vorträge gepflegt werden, nicht nur unter den anwaltlichen Mediatoren und klassischen Anwälten sowie mit Güterrichtern, sondern auch mit Unternehmens- und Verwaltungsmediatoren sowie Mediatoren aus anderen freiberuflichen bzw. gewerblichen Berufen.
Im Übrigen reicht zur Aufnahme in den Verteiler des Arbeitskreises eine diesbezügliche E-Mail an die Adresse: ak-mediation@berliner-anwaltsverein.de aus.







