Der DAV
Tradition, Innovation und Engagement
Der Deutsche Anwaltverein (DAV) präsentiert sich heute als moderner, vielseitig vernetzter und politisch wirksamer Berufsverband, der die Interessen der Anwaltschaft und des Anwaltsnotariats auf allen Ebenen engagiert vertritt. Mit zeitgemäßen Kommunikationsstrategien, einer starken digitalen Präsenz und zahlreichen Formaten für Austausch, Nachwuchsförderung und Fortbildung unterstützt der DAV seine Mitglieder, die mehr als 250 örtlichen Anwaltvereine, in ihrer Arbeit und auch die in den lokalen Anwaltvereinen vereinten Kolleginnen und Kollegen.


Silvia C. Groppler | Rechtsanwältin und Notarin | Vizepräsidentin des Deutschen Anwaltvereins
Dr. Fabian Widder | Rechtsanwalt | Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins
Ob in der Rechtspolitik, in der Nachwuchsgewinnung, beim Einsatz neuer Technologien oder in gesellschaftlichen Debatten: Der DAV zeigt, wie ein traditionsreicher Verband durch Innovation, Vernetzung und aktive Interessenvertretung die Zukunft der Anwaltschaft gestaltet und Herausforderungen annimmt.
Auf vielen Ebenen, ob im örtlichen Verein, den Landesverbänden, den Arbeitsgemeinschaften, den DAV/Ausschüssen, ist viel Engagement vertreten. Diese Kraft beruht auf der Freiwilligkeit der Mitgliedschaft in den örtlichen Anwaltvereinen und den Arbeitsgemeinschaften.
Mit diesem Beitrag möchten die Verfasserin und der Verfasser einen groben Überblick darüber geben, wie der DAV sich für die Anwaltschaft und das Anwaltsnotariat einsetzt und die Herausforderungen annimmt.
INTERESSENVERTRETUNG LOBBYING
Der Anwaltsberuf ist eine besondere Profession – und deshalb ist der Deutsche Anwaltverein auch ein besonderer Berufsverband. Wir setzen uns für die originären Interessen von Rechtsanwältinnen und -anwälten und den Zugang zum Recht ein, aber darüber hinaus auch für Recht, Freiheit und Demokratie. Das ist nicht nur in unserem Leitbild festgelegt, sondern resultiert auch aus der zentralen Rolle, die die Anwaltschaft im Rechtsstaat spielt.
„Die Stärke der Anwaltschaft liegt in ihrer Organisation, ihrer Vernetzung und ihrem Engagement“
Anwaltliche Interessenvertretung zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus. Überall, wo es um Recht geht, ist anwaltliche Expertise gefragt. Deshalb sind die Mitglieder unserer 40 spezialisierten Gesetzgebungs- und Fachausschüsse gefragte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für europäische und deutsche Entscheidungsträger. Keine andere Berufsgruppe kennt sämtliche Partikularinteressen. Mit mehr als 80 Stellungnahmen und zahlreichen Fachgesprächen sowie der Teilnahme an Ausschussanhörungen des Bundestages begleitete der DAV im letzten Jahr verschiedenste Gesetzgebungsverfahren vom Arbeits- bis zum Zivilprozessrecht in Brüssel und Berlin.
Dazu gehört auch der Einsatz für eine regelmäßige Erhöhung der Anwaltsgebühren nach den RVG. Wir streben eine Erhöhung während einer jeden Legislaturperiode des Bundestages an.
RECHTSSTAATSKAMPAGNE
Die Rechtsstaatlichkeit verteidigt der DAV gegen alle Gefährdungen im In- und Ausland. Die Stärkung der Resilienz des Bundesverfassungsgerichts geht maßgeblich auf das Engagement des DAV zurück. Aber die Anwaltschaft ist insgesamt gefragt: Mit der Kampagne „Aktiv für den Rechtsstaat“ des DAV soll die Anwaltschaft ihre Rolle als Garantin des Rechtsstaats noch stärker wahrnehmen. Angesichts zunehmender Herausforderungen für demokratische Institutionen richtet sich der Appell gezielt an die eigene Berufsgruppe.
Im Fokus steht die Verantwortung von Anwältinnen und Anwälten über die Mandatsarbeit hinaus. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass wir nicht nur juristische Dienstleistende sind, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung tragen. Wir dürfen uns nicht auf unsere berufl iche Praxis beschränken, sondern müssen uns auch öffentlich positionieren, an rechtspolitischen Debatten teilnehmen und den Rechtsstaat aktiv mitgestalten. Die Kampagne bleibt dabei nicht auf einer abstrakten Ebene stehen, sondern zeigt konkrete Möglichkeiten des Engagements auf – etwa durch die Mitarbeit in lokalen Anwaltvereinen, durch Bildungsarbeit oder durch die Beteiligung an rechtspolitischen Initiativen.
EINSATZ FÜR DIE ANWALTSCHAFT
Der DAV selbst wurde durch eine Satzungsänderung im Jahr 2025 resilienter. Auch auf europäischer Ebene bringt sich der DAV aktiv ein, etwa bei der Ausarbeitung einer Konvention zum Schutz des Anwaltsberufs unter Mitwirkung von Präsident Stefan von Raumer sowie durch Beiträge zum Rechtsstaatsbericht der Europäischen Kommission.
Wir müssen uns überall dort, wo Kolleginnen und Kollegen aufgrund ihrer anwaltlichen Tätigkeit bedroht werden, einmischen! Wenn Anwältinnen und Anwälte allein wegen der Ausübung ihres Berufes eingeschüchtert oder bedroht werden, ist der DAV zur Stelle. Er setzt sich auch für inhaftierte oder bedrohte Kolleginnen und Kollegen im Ausland ein – etwa in der Türkei, im Iran, in Afghanistan, in Russland oder auch in El Salvador. Dabei agieren wir regelmäßig gemeinsam mit internationalen Anwaltsorganisationen, um unserem Anliegen größeres Gewicht zu verleihen. Darüber hinaus engagiert sich der DAV in der Koalition zum Tag des bedrohten Anwalts und richtet jährlich eine Veranstaltung zum jeweiligen Fokusland aus – 2026 zu den USA, im Vorjahr zu Belarus.
Basis aller dieser Bemühungen sind die lokalen Anwaltsvereine und deren Landesverbände. Der DAV ist der Verein der Vereine. Der Vorstand des DAV ist mit Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet besetzt, die den Verband ehrenamtlich selbst sowie über das Präsidium und den Präsidenten auf der Basis der Satzung und der Geschäftsordnung des Vorstands führen. Dieser in der Mitgliederversammlung gewählte – durchaus heterogene – Vorstand bildet die Meinungsvielfalt in der Anwaltschaft bestmöglich ab und gewährleistet einen Interessenausgleich und die Meinungsbildung im Verband.
JURISTISCHER NACHWUCHS ALS ZIELGRUPPE
Wir müssen uns mit unseren Anliegen schon früh an den juristischen Nachwuchs wenden, ihn für die Anwaltschaft und uns gewinnen.
JurFuture als Erfolgsmodell
JurFuture, das DAV-Netzwerk für Studierende, bringt Jurastudierende frühzeitig mit der Anwaltschaft in Kontakt und eröffnet ihnen einen niedrigschwelligen Zugang zum DAV. Mit der Gründung Ende 2024 verfolgt der DAV das Ziel, Austausch, Orientierung und praktische Einblicke in die anwaltliche Berufspraxis schon während des Studiums zu fördern – kostenlos, bundesweit und nah an den Universitätsstandorten.
Mittlerweile sind 17 lokale JurFuture-Gruppen aktiv, etwa in Berlin, Düsseldorf, Greifswald und Heidelberg. Vor Ort organisieren die Studierenden in Zusammenarbeit mit dem FORUM Junge Anwaltschaft und den örtlichen Anwaltvereinen Stammtische, Informationsveranstaltungen und Messebesuche. Der große Zulauf bei JurFuture macht sichtbar, wie groß der Wunsch nach Vernetzung, berufl icher Orientierung und Kontakt zur anwaltlichen Praxis bereits im Studium ist.
FORUM Junge Anwaltschaft
Besonders eng und intensiv arbeitet JurFuture mit dem FORUM Junge Anwaltschaft zusammen. Das FORUM ist das Netzwerk des DAV für junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Referendarinnen und Referendare. Es begleitet den Berufseinstieg, bietet Austausch und vertritt die Interessen des anwaltlichen Nachwuchses. In der Fläche und den Anwaltvereinen ist das FORUM mit Regionalbeauftragten engagiert. Gemeinsam schlagen JurFuture und FORUM Brücken zwischen Studium, Referendariat und Berufseinstieg und machen den DAV für junge Juristinnen und Juristen früh sichtbar und anschlussfähig.
ANGESTELLTE ANWÄLTINNEN UND ANWÄLTE
Selbständige Kolleginnen und Kollegen stehen schon immer im Fokus des DAV. Aber der DAV vertritt selbstverständlich auch die angestellten Anwältinnen und Anwälte und Syndici. In den DAV-Medien, wie dem Anwaltsblatt, der Depesche und der Website, werden regelmäßig Themen gesetzt, die für Angestellte von besonderem Interesse sind. Auch im DAV-Podcast kommen angestellte Anwältinnen und Anwälte zu Wort und setzen Themen. Der DAV unterstützt die Vereine bei Veranstaltungen vor Ort, die sich gezielt an angestellte Kolleginnen und Kollegen richten: Das Associate Summit richtet sich gezielt an diese Zielgruppe in allen Anwaltskanzleien von der großen Wirtschaftssozietät bis zur spezialisierten Boutique. Erstmals wurde die Veranstaltung im Dezember 2024 in Berlin vom DAV ausgerichtet. Seit 2025 wird das Format von den örtlichen Anwaltvereinen an verschiedenen Standorten fortgeführt, wobei der DAV bei Bedarf organisatorisch und inhaltlich unterstützt. Im Rahmen von Paneldiskussionen werden Themen wie „Personal Brandbuilding“, „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ oder „Partnertrack“ diskutiert. Das ungezwungene Afterwork-Format bietet den Teilnehmenden zudem die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und ein eigenes Netzwerk für die weitere berufl iche Entwicklung aufzubauen.
DAS NETZWERK DER ANWÄLTINNEN
Seit 2004 nimmt sich die vom DAV eingesetzte Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen der besonderen Belange von Rechtsanwältinnen an. Dabei steht die Förderung der wirtschaftlichen und berufl ichen Interessen im Vordergrund, insbesondere vor dem Hintergrund der familiären Situation, um die paritätische Teilhabe der Rechtsanwältinnen erwerbswirtschaftlich und berufspolitisch herzustellen. Durch das lebendige Netzwerk, regelmäßige vor-Ort- und virtuelle Veranstaltungen, Role Models und Projekte wie das Mentoringprojekt, den Referentinnenpool, die Broschüre „Kanzlei und Kind. Klar geht das!“, aber auch durch den Einsatz für bedrohte Kolleginnen und Kollegen und die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und dem FORUM Junge Anwaltschaft konnte die Anzahl von im DAV engagierten Anwältinnen erheblich gesteigert werden. Anwältinnen sind heute in nahezu allen Gremien des DAV und den meisten Anwaltvereinen sichtbar; aber es gibt auch Rückschritte, so dass der Vorstand des DAV die Nachwuchsgewinnung von Anwältinnen auf seine aktuelle Agenda genommen hat. Bereits seit 2010 würdigt der DAV auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft herausragende Anwältinnen durch den Maria-Otto-Preis.
Auf der rechtspolitischen Ebene befasst sich der DAV/Ausschuss Gender & Diversity mit Gesetzgebungsvorhaben, die Frauen und Diversitätsthemen betreffen, und äußert sich dazu entweder in Form von Anregungen an die federführenden Fachausschüsse oder in Form eigener Stellungnahmen.
VIELFALT
Der DAV setzt sich durch seine Netzwerke, Projekte, Veranstaltungen und politischen Forderungen dafür ein, dass Vielfalt und Teilhabe zur gelebten Realität in der Anwaltschaft werden. Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der DAV im Januar 2026 den Vielfaltstag, an welchem ein reger Austausch – auch mit Inputs von externen Expertinnen und Experten – zu Themen wie Inklusion, Chancengleichheit und Quoten stattfand. Der DAV unterstützt örtliche Anwaltvereine dabei, selbst regionale Vielfaltstage durchzuführen, um diese Diskussionen vor Ort fortzuführen. Im Jahr 2026 entstand zudem das neue Queere Netzwerk im DAV.
SOCIAL-MEDIA-STRATEGIE FÜHRT ZUR SICHTBARKEIT
Der DAV und die örtlichen Vereine müssen in Anwaltschaft, Politik und Gesellschaft sichtbar sein: Im Digitalzeitalter ist sie eine wichtige Währung für die Durchsetzung der eigenen Positionen. Der DAV ist plattformübergreifend in den sozialen Medien unterwegs: sei es auf LinkedIn, Instagram oder Threads. Mit den Kanälen der Deutschen Anwaltauskunft werden Verbraucherinnen und Verbraucher über rechtliche Fragestellungen aufgeklärt und auf die Anwaltssuche unter anwaltauskunft. de hingewiesen.
Auch online greifen wir auf die Synergie der zahlreichen örtlichen Anwaltvereine zurück. Mit Webinaren, Infomaterial und weiteren Angeboten unterstützt die Geschäftsstelle des DAV Vereine dabei, eigene Social-Media- Kanäle in Betrieb zu nehmen. Schon jetzt besteht ein reges und erfolgreiches Netzwerk der Anwaltvereine im Netz.
Der DAV verstärkt das Marketing mit weiteren Online- Maßnahmen. Dieser Bereich des Online-Marketings soll auf die Kampagnen des DAV hinweisen und eine breitere Bekanntheit des DAV, der örtlichen Anwaltvereine und der Arbeitsgemeinschaften schaffen. Hier werden die Kampagnen Image-Werbung Rechtsanwaltsberuf, Reno-ReFa, JurFuture, Rechtsstaat, Mitgliedschaft in einem örtlichen Anwaltverein sowie Mitgliedschaft in einer Arbeitsgemeinschaft aufgegriffen und auf verschiedenen digitalen Kanälen ausgespielt. Ziele der Kampagnen sind mehr Klicks auf die Beitrittsformulare und mehr abgeschlossene Beitritte zu den örtlichen Anwaltvereinen oder Arbeitsgemeinschaften.
PRÄSENZ DER ANWALTVEREINE UND DES DAV AUF MESSEN
Trotz der digitalen Aktivitäten bleiben Möglichkeiten für den persönlichen Austausch sehr wichtig. Der DAV nutzt etwa juristische Karrieremessen daher gezielt, um Studierende und Absolventinnen und Absolventen früh mit der Anwaltschaft in Kontakt zu bringen. Auf Fakultätskarrieretagen quer durch die Republik, aber auch bei Formaten wie der JurStart in Münster oder der Juracon Frankfurt zeigt sich ein abgestuftes Konzept: Der DAV sorgt für bundesweite Sichtbarkeit, örtliche Anwaltvereine schaffen regionale Nähe, JurFuture spricht Studierende niedrigschwellig an, und das FORUM Junge Anwaltschaft ist ansprechbar für den Übergang ins Referendariat und in den Beruf. Durch die persönliche Präsenz dieser vier „Player“ präsentiert sich der DAV als Netzwerk entlang der gesamten juristischen Ausbildung und für den Berufsstart – mit Orientierung, persönlichem Gespräch und konkreten Anschlüssen an die anwaltliche Praxis.
Die Mitgliedsvereine unterstützt der DAV durch die Bereitstellung von Messeständen und Infomaterial.
NEUE HERAUSFORDERUNGEN. KI ALS CHANCE FÜR DIE ANWALTSCHAFT?
Auch in der Anwaltspraxis unterstützt der DAV die Mitglieder der Anwaltvereine. So ist die künstliche Intelligenz (KI) nicht erst seit dem öffentlichen Durchbruch von Chat- GPT ein Thema. Das erste Forum zu KI haben wir bereits 2020 durchgeführt. Das zweite folgte 2025 und aufgrund der rasanten Entwicklung hat auch in diesem Jahr bereits wieder ein DAV-Forum dazu stattgefunden. Der DAV-Vorstand hat wiederholt Expertinnen und Experten angehört, sich in das Thema eingearbeitet und KI als Schwerpunkt identifi ziert. Daraus resultierend wurde beispielsweise der Anwaltstag 2024 unter das Motto „Digitale Welten“ gestellt. Wenn man sich seither die Programme der Anwaltstage anschaut, sieht man, dass das Thema künstliche Intelligenz in allen Ausschüssen und Arbeitsgemeinschaften des DAV Einzug gehalten hat. Dabei sind unsere Expertinnen und Experten auch bei Gesetzesinitiativen insbesondere im Rahmen der EU-Regulierung gefragt.
Um eine praxisgerechte Antwort zu geben auf die vielfach geäußerten rechtlichen Vorbehalte und tatsächlichen Anwendungsfragen, wurde eine vielbeachtete Initiativ- Stellungnahme (StN 32/2025) veröffentlicht zum Einsatz von KI in der Anwaltschaft. Dieses Papier bietet einen Überblick über die wesentlichen Aspekte des Einsatzes der KI in der anwaltlichen Praxis.
Doch damit bleiben wir nicht stehen – eine vorstandsinterne KI-Arbeitsgruppe erarbeitet regelmäßig Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Verbandsstrategie. Sie organisiert zudem regelmäßig einen niedrigschwelligen Online-Austausch und hat das Format der KI-Plattform ins Leben gerufen; die Teilnahme steht allen Mitgliedern der Vereine offen.
Mit der neuen Rubrik im Anwaltsblatt „KI konkret“ wirft auch die Redaktion ab sofort regelmäßig einen Blick in die anwaltliche Praxis der KI-Anwendung: Wie gehen Kanzleien damit um? Wo liegen Herausforderungen? Gibt es Best Practices? Ziel ist es, den Mitgliedern der örtlichen Anwaltvereine Orientierungspunkte zu Fragen zu liefern, die auch sie sich stellen.
Kurzum – KI ist eine Gesamtherausforderung für den Verband, die nicht nur punktuell, sondern allumfassend in unseren Gremien und Tätigkeitsbereichen angegangen wird.
DAV UND VEREINE – SINNSTIFTENDE TÄTIGKEIT
Viele Kolleginnen und Kollegen motivieren nicht allein die DAV-Arbeitsgemeinschaften oder Vergünstigungen bei Kooperationspartnern zum Beitritt vor Ort. Neben der wichtigen Arbeit der örtlichen Vereine sehen wir gerade bei dem anwaltlichen Nachwuchs das Bedürfnis, einer Organisation anzugehören, die sinnstiftend ist. Neben dem bereits erwähnten rechtsstaatlichen Engagement gibt es noch Weiteres:
Menschenrechtsarbeit
Um den Zugang zum Recht geht es bei unserem Engagement in der Organisation „European Lawyers in Lesvos“ (ELIL): Der DAV hat ELIL 2016 gemeinsam mit dem europäischen Dachverband CCBE gegründet. ELIL erteilt kostenlosen Rechtsrat an Geflüchtete an Europas Außengrenzen – zunächst nur in Griechenland, inzwischen auch in Polen. Über 43.000 Menschen wurden so schon beraten.
Nicht zuletzt gehört auch die Prozessbeobachtung zu unserer Menschenrechtsarbeit: So hat zuletzt DAV/Präsident Stefan von Raumer im Januar 2026 in Istanbul einem Verfahren beigewohnt, in dem der gesamte Vorstand der Istanbuler Anwaltskammer unter dem Vorsitzenden I·brahim Kaboglu angeklagt war. Die Istanbuler Kolleginnen und Kollegen haben die Grundwerte der Anwaltschaft beispielhaft und mutig verteidigt, unsere Prozessbeobachtung dient als Zeichen internationaler kollegialer Solidarität.
Contra Rechtsextremismus: Eine Stiftung des Deutschen Anwaltvereins – Zweckvermögen
Vor 25 Jahren errichtet der Deutsche Anwaltverein seine Stiftung „Contra Rechtsextremismus: Eine Stiftung des Deutschen Anwaltvereins – Zweckvermögen“. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zu mehr Toleranz in unserer Gesellschaft. Für uns bedeutet das: eine klare Haltung gegen jede Form von Rechtsextremismus und Intoleranz.
Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, bedürftige Opfer von rechtsextremistisch bzw. politisch motivierten Übergriffen zu unterstützen, indem sie die Kosten für Rechtsberatung und -vertretung übernimmt. Die Gerichte begründen eine ausbleibende Kostenhilfe meist damit, die Opfer können ihre Interessen selbst wahrnehmen. Wer erfahrenes Unrecht einer Anwältin oder einem Anwalt anvertraut, macht seine Rechte besser geltend und ist als Nebenkläger oder Nebenklägerin im Strafverfahren oder im Hinblick auf Schadensersatzansprüche nicht allein.
RECHT. EINFACH. FINDEN. – ANSPRACHE AN VERBRAUCHER – IMAGEPFLEGE
Die Anwaltauskunft (anwaltauskunft.de) ist das Online- Rechtsportal des DAV und richtet sich an Rechtsuchende. Neben zahlreichen journalistischen Artikeln zu rechtlichen Fragestellungen ist eine Anwaltssuche integraler Bestandteil. Dort sind die Mitglieder der örtlichen Anwaltvereine ohne weitere Kosten enthalten und erhalten so Kontakt zu den Rechtssuchenden vor Ort. Dabei fungiert die Themenwelt der Anwaltauskunft als Erstkontakt zu einem spezifischen rechtlichen Thema, um anschließend den Kontakt über die Anwaltssuche mit einer Expertin oder einem Experten herzustellen. Dies stärkt das Image der Anwaltschaft gerade auch gegenüber denjenigen, die allzu gern auf den Markt drängen.
Für die Optimierung und die Steigerung der erfolgreichen Vermittlung potenzieller Mandanten wird in diesen Tagen anwaltauskunft.de vollständig erneuert; mit einer verbesserten Anwaltssuche sowie einer modernen Themenwelt. Ebenso erstrahlt die Website in einem neuen, modernen Design.
Mit den Kanälen der Deutschen Anwaltauskunft werden Rechtsuchende über rechtliche Fragestellungen aufgeklärt und auf die Anwaltssuche unter anwaltauskunft. de hingewiesen. Mit über 400.000 monatlichen Aufrufen auf Facebook erreicht die Anwaltauskunft ein breites Publikum; seit diesem Jahr verstärkt ein TikTok-Auftritt erfolgreich das Portfolio.
ANLIEGEN DES DAV DURCH ERFOLGREICHE MEDIENARBEIT UNTERSTÜTZEN
Das in diesem Beitrag aufgezeigte Engagement – von der Interessensvertretung bis zur Rechtsstaatlichkeit – bedarf der Sichtbarkeit durch aktive Pressearbeit. Sie hat dabei zwei Stoßrichtungen: die breite Öffentlichkeit und die Politik – über die Medien als Multiplikator. Die stetige und seriöse Präsenz in der Berichterstattung mit der breiten Kompetenz der Verbands-Engagierten hat dem DAV den Ruf als wichtiger „Player“ in rechtspolitischen Fragen eingebracht und erhöht damit die Relevanz und die Reputation. Seine Expertise ist in der öffentlichen Debatte gefragt – und das stärkt mittelbar den Einfluss der Anwaltschaft auf politische Entscheidungen.
Traditionelle Formate wie Pressemitteilungen und Pressekonferenzen sind nur noch Teil eines Gesamtkonzeptes, das durch platzierte Statements, exklusive Hintergrundgespräche, verbindliche Kontaktpflege und eine starke Präsenz in sozialen Medien abgerundet wird. Und die Mischung wirkt: Ob Leitmedien, Lokalzeitungen oder Fachportale – der DAV ist und bleibt ein fester Bestandteil der Medienlandschaft.
FAZIT
Der DAV mit seinen Mitgliedsvereinen zeigt damit eindrücklich: Die Stärke der Anwaltschaft liegt in ihrer Organisation, ihrer Vernetzung und ihrem Engagement. Als moderner Berufsverband verbindet er rechtspolitische Interessenvertretung mit gesellschaftlicher Verantwortung – lokal, national und international. Machen Sie mit!

