Erbrecht im Gespräch – Kurze(s) Update

Podcastvorstellung

Juristische Themen müssen nicht trocken sein – das zeigt eine wachsende Podcast-Szene, in der diese verständlich, kritisch und oft unterhaltsam behandelt werden. Wir stellen Podcasts vor, die sich mit juristischen Fragen, aktuellen Urteilen, rechtspolitischen Debatten oder bekannten juristischen Persönlichkeiten beschäftigen. Die Beiträge erscheinen in lockerer Reihenfolge und laden dazu ein, einmal „Jura auf die Ohren“ auszuprobieren.

Angélique Semmler | Redaktion Berliner Anwaltsblatt

Hier geht es zum Podcast: https://anwaltspraxis-magazin.de/anwaltspraxis-magazin/podcast-erbrecht-im-gespraech-kurzes-update/

1. Bitte stellen Sie den Podcast kurz vor und erklären, worum es inhaltlich geht.

Der Podcast heißt „Erbrecht im Gespräch – Kurze(s) Update“. Für den zerb Verlag spreche ich mit Autorinnen und Autoren von aktuellen Werken zu Themen aus deren Veröffentlichungen.

2. Was war Ihre Motivation, den Podcast zu starten?

Ich höre selbst gerne Podcasts. Man kann in unterhaltsamer Art und Weise kompakt etwas lernen – und das nebenbei beim Sport, Autofahren oder der Hausarbeit. Das wollte ich auch für mein Gebiet des Erbrechts tun, um Kolleginnen und Kollegen sowie anderen interessierten Personen Wissen und Erfahrung aus erster Hand zu vermitteln. Dass dabei die Hörerinnen und Hörer die Autorinnen und Autoren auch persönlich etwas kennenlernen, finde ich zusätzlich schön.

3. An wen richtet sich Ihr Podcast hauptsächlich?

An Juristinnen und Juristinnen, die sich ab und zu oder auch speziell und vertieft mit dem Erb- und Vorsorgerecht befassen sowie „normale“ Menschen, die sich zu bestimmten Fragen aus den Rechtsgebieten informieren möchten.

4. Welche juristischen Themen oder Schwerpunkte behandeln Sie regelmäßig?

Spezielle und allgemeine Fragen aus dem Erbrecht werden möglichst praxisrelevant erörtert, vom Streit über die Nachlassabwicklung bis zur Gestaltung.

5. Wie wählen Sie Ihre Gäste oder Themen aus?

Ich orientiere mich meist an den aktuellen Veröffentlichungen und Themen im Erbrecht.

6. Wie stellen Sie sicher, dass juristische Inhalte für Ihre Hörer:innen verständlich bleiben?

Die meisten Gäste sind geübt im Vortragen. Ansonsten stelle ich gerne Nachfragen nach dem Prinzip aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“: „Da stellen wir uns mal ganz dumm …“.

7. Gibt es ein bestimmtes Ziel, das Sie mit jeder Folge erreichen möchten?

Die Hörerinnen und Hörer sollen ganz konkret etwas für Ihre tägliche Arbeit mitnehmen.

8. Wie tief gehen Sie inhaltlich in die juristischen Details rein – eher praxisnah oder eher theoretisch?

Wenn ich schon die absoluten Expertinnen und Experten auf dem jeweiligen Gebiet befragen kann, stelle ich auch mal tiefergehende Fragen. Es geht aber immer um unsere tägliche Arbeit, für die ich Wissen und Erfahrung vermitteln möchte – ganz praxisnah.

9. Was war Ihre bisher spannendste oder lehrreichste Folge?

Jede Folge hat spannende und lehrreiche Momente. Ich konnte das eine oder andere zu Konstellationen fragen, die ich auch gerade in einem Fall hatte, und war überrascht, was ich noch nicht berücksichtigt hatte. Besonders spannend fand ich die Folge zur Prozessfinanzierung. Das Instrument ist vielen erst wenig bekannt. Mit einer Kollegin von einem Prozessfinanzierer und einem Kollegen, der schon mal eine solche Finanzierung genutzt hatte, konnten wir das Thema formal und auch gleich ganz praktisch eingängig erörtern.

10. Welche Herausforderungen haben Sie beim Podcasting erlebt?

Ältere Autoren waren zum Teil mit der Aufnahme über Zoom ge- oder überfordert. Einige wissen gar nicht, was ein Podcast ist. Zuletzt habe ich tatsächlich einen 88-jährigen Professor in Konstanz besucht und live bei ihm zu Hause eine tolle Folge aufgenommen. Nun bin ich zum Segeln eingeladen – es hat sich doppelt gelohnt.

11. Wie kombinieren Sie Ihre Arbeit als Anwalt mit der Podcast-Produktion?

Es geht ja beim Podcast um Arbeitsthemen. Ich habe viele neue Kontakte und bestehende intensiviert. Es ergibt sich auch Zusammenarbeit über die Aufnahme hinaus.

12. Welche Rückmeldungen von Hörer:innen haben Sie besonders beeindruckt oder überrascht?

Als der Erscheinungstermin – meist um den 6. eines Monats – mal etwas verrutscht ist, wurde ich von einer Hörerin angesprochen, dass sie schon auf die neue Folge warte. Da wurde ich schon fast ein bisschen rot vor Freude.

13. Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Podcast das juristische Wissen Ihrer Hörer:innen verändert oder erweitert?

Weniger Gefühl: Der Verstand sagt „Ja“ und die Hoffnung „Ja – und das mit Spaß.“

14. Wie sehen Sie die Rolle von Podcasts für die juristische Öffentlichkeitsarbeit und Bildung in Deutschland?

Podcasts sind ein gutes Mittel, um juristisches Wissen auf einfache, durch die Gesprächsform angenehme und schnelle Art und Weise zu vermitteln. Die Möglichkeit, einen Podcast neben Tätigkeiten zu hören, die das Hirn weniger beanspruchen, passt in das Leben vieler Menschen. Und dabei wird den Hörerinnen und Hörern klar: Die Juristinnen und Juristen sind tatsächlich auch Menschen (aber nicht „nur“).

15. Welche Themen oder Gäste würden Sie in Zukunft gerne noch vorstellen?

Das Erbrecht ist spannend, komplex und umfangreich. Zu Beginn auf ein Jahr angelegt, sehen der Verlag und ich heute bei den Themen kein Ende. Jede Größe im Erbrecht ist spannend – und tatsächlich waren bisher auch alle persönlich sehr angenehm. Mich würde gerade auch die Perspektive von einer Kollegin oder einem Kollegen interessieren, die oder der gerade noch recht neu in dem Gebiet unterwegs ist, und was für Herausforderungen und Motivationen sie oder er sieht.

Vielen Dank für das Interview!

Heft 09 | 2026 | 75. Jahrgang