Eröffnung der Justizakademie Berlin am 17. Juni 2025
Nach Sanierung und Neugestaltung
Am 17. Juni dieses Jahres wurde nach einer umfassenden Sanierung und Neugestaltung das neue Gebäude der Justizakademie Berlin in der Turmstraße 21 durch die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) von deren Geschäftsführer Dr. Matthias Hardinghaus feierlich übergeben und eingeweiht. Das Gebäude war ursprünglich die Großküche des Krankenhauses Moabit. Allerdings steht es unter Denkmalschutz, dessen Vorgaben bei den erheblichen Umbauarbeiten und Modernisierungen streng zu berücksichtigen waren. So konnte man beispielsweise nicht einfach neue, moderne, isolierende Fenster einsetzen, sondern diese mussten teilweise in einer Art zweiten Wand hinter der historischen Wand mit den alten Fenstern eingesetzt werden, damit es von draußen unverändert aussieht. Und dennoch: Vom Bauantrag 2021 bis zur Übergabe dauerte es nur vier Jahre. Während Corona. In Berlin. Man muss auch loben können. Besonders in Berlin. So entstand ein modernes Ausbildungszentrum in einem historischen, schlossähnlichen (so die Leiterin) Gebäude.

Jörg Schachschneider | Rechtsanwalt | Vorstandsmitglied des BAV | Mitglied der Satzungsversammlung bei der BRAK | www.BerlinerAnwalt.com
NACHWUCHSGEWINNUNG UND AUSBILDUNG SIND WICHTIG UND ZÄHLEN
Dem allenthalben beklagten Fachkräfte- und Nachwuchsmangel begegnet man besten mit Ausbildung, anstatt sich gegenseitig Fachkräfte abzuwerben. Ohne den nichtrichterlichen Dienst würde auch der richterliche Dienst nicht funktionieren können. Und so legte auch die Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg in ihrer Ansprache den Fokus darauf: Die Justiz lebe neben einer guten Ausstattung vor allem von qualifizierten Menschen. Und diese sollen aber auch auf gute Rahmenbedingen treffen, um sie gewinnen zu können. Die Inbetriebnahme der Justizakademie sei ein wichtiger Schritt, um die Aus- und Fortbildung im nichtrichterlichen Dienst der Berliner Justiz strukturell zu stärken. Der neue Standort mache die Justiz als Arbeitgeberin attraktiver und sorge dafür, dass auch künftig qualifizierte und motivierte Fachkräfte gewonnen werden könnten. Die Justizakademie könne nun rund 400 Menschen pro Jahr ausbilden, zu Justizfachwirtinnen, Justizhauptwachtmeistern und Gerichtsvollzieherinnen. Mit all diesen Berufsgruppen hat ja auch die Anwaltschaft regelmäßig zu tun.
Die Kammergerichtspräsidentin Dr. Andrea Diekmann betonte, dass es auch wichtig sei, das Ansehen der Justiz insgesamt zu stärken. Dieses Projekt werde dazu beitragen. Es sei ein Beispiel für eine Vielzahl von Projekten in Berlin, die durch die Zusammenarbeit vieler verwirklicht werden könnten.
Der Architekt Schneider erläuterte die Geschichte des Hauses, welches einen würdigen Rahmen für die moderne Ausbildung liefere. Bei der Fertigstellung des Gebäudes sei es in der Coronazeit zu einigen Hindernissen gekommen. So habe es wegen der damals sehr hohen Energiepreise Probleme bei der Lieferung der denkmalschutzgerechten Ziegel aus der energieintensiven Ziegelbrennerei gegeben. Dennoch habe man den zeitlichen Rahmen sehr gut einhalten können.
FEIERLICHE SCHLÜSSELÜBERGABE
Waren Sie schon einmal bei einer Schlüsselübergabe dabei? Nee, nicht im Autohaus, sondern bei einer für ein neues staatliches Gebäude! Also ich noch nicht (Ok, nicht mal im Autohaus). Insbesondere hatte ich einen derartigen schönen, ca. 30 cm großen Schlüssel noch nicht in vitro gesehen. Und so übergab der Geschäftsführer der BIM den Schlüssel an die Justizsenatorin und diese schließlich an die Kammergerichtspräsidentin, die für den Betrieb der Akademie verantwortlich zeichnet. Klar, der Schlüssel wird nicht an den Schlüsselbund gepasst haben, aber ich bin trotzdem sicher, dass er nicht verloren gehen wird. Im Anschluss an den Festakt schloss sich eine informative Führung durch die Räumlichkeiten der Justizakademie Berlin mit Erläuterungen der Architekten an. Dabei war auch der große Raum für die sportliche Betätigung der künftigen Justizvollzugskräfte – also Vorsicht ;-)!
RBB FERNSEHEN BERICHTETE AM ABEND
Erfreulicherweise berichtete sogar rbb24 über dieses Ereignis. Ich war noch nie so lange im Fernsehen. Na gut, überhaupt noch nie ;-). Wenn auch ohne Text. Ach, ich habe sonst eh schon zu viel Text. Manchmal.









