Fünf Fragen der Redaktion an …
Dr. Dietmar Kurze, neuer Vorstandsvorsitzender des BAV
MEINE GRÜNDE FÜR DIE ÜBERNAHME DES AMTES DES VORSTANDSVORSITZENDEN
Formal bin ich nach dem Rücktritt des Kollegen Freyschmidt als bisheriger stellvertretender Vorsitzender nachgerückt und wurde vom Vorstand bestätigt. Das verlief übrigens alles einvernehmlich und harmonisch. Dem Kollegen Freyschmidt sei auch an dieser Stelle dafür und für seine Arbeit in den letzten Jahren gedankt. Nach der Wahl im kommenden Jahr möchte ich das Amt weiter ausüben, denn ich freue mich über die Aufgabe und meine, für den Berliner Anwaltsverein und damit für die Anwältinnen und Anwälte in Berlin zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern und der Geschäftsstelle erfolgreich arbeiten zu können.
Organisieren und fördern halte ich für sinnvoll und beides macht mir schon immer Spaß. Das habe ich schon als Schulsprecher getan, in meiner Anwaltszeit seit mehr als 15 Jahren durch die Leitung eines Vereins für Anwältinnen und Anwälte aus dem Vorsorgerecht und seit mehr als zehn Jahren als Sprecher des Arbeitskreises Erbrecht im BAV. Jetzt möchte ich das für den Berliner Anwaltsverein als Vorsitzender tun, damit dieser tolle Verein in Berlin wahrgenommen und gehört wird und seine engagierten Mitglieder bestmöglich unterstützt werden.

Dietmar Kurze | Vorstandsvorsitzender des Berliner Anwaltsvereins
WAS MÖCHTEN SIE FÜR DEN BAV ERREICHEN?
Wir haben zurzeit einen wirtschaftlich und personell solide aufgestellten Verein. Das ist aber kein Selbstläufer. Wir müssen uns immer weiter entwickeln und mit Fleiß Gutes bewahren. So haben wir ein großartiges Berliner Anwaltsblatt, in das viel Arbeitskraft fließt. Wir bieten viele günstige Seminare und Dialoge „Richter und Anwaltschaft“ an sowie Diskussionsveranstaltungen unter dem Titel „Zuhören! Mitreden!“. Dies und viel mehr ist zu organisieren und immer auch zu modernisieren. Ganz besonders am Herzen liegen mir die Arbeitskreise mit den für Mitglieder kostenlosen Fortbildungen und dem Austausch. Die Sprecherinnen und Sprecher sind engagiert und organisieren ehrenamtlich spannende Referate. Einzelne Arbeitskreise sind ein wenig eingeschlafen, andere könnten sogar erst gegründet werden. In diesem Sinne möchte ich besonders all die Kolleginnen und Kollegen unterstützen, die den Verein und die Anwaltschaft voranbringen.
Wichtig sind dabei junge Anwältinnen und Anwälte und solche, die es erst noch werden wollen – oder noch gar nicht wissen, dass sie es werden sollten. Ich freue mich darauf, die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung von unseren tollen Mitgliedern im Forum Junger Anwaltschaft und der gerade entstehenden Studierendenorganisation JurFuture auszubauen.
Zudem möchte ich den Berliner Anwaltsverein in enger Abstimmung mit dem Deutschen Anwaltverein sichtbar halten und noch präsenter machen. Dabei ist Social Media, wie unser LinkedIn-Auftritt, ein Mittel, aber auch die tatsächliche Präsenz und der persönliche Austausch sind nicht zu vernachlässigen. Bei Anliegen, welche die Anwaltschaft in Berlin betreffen, soll der Berliner Anwaltsverein gehört werden und ggf. auch zusammen mit der RAK Berlin, mit der wir gut zusammenarbeiten, Einfluss nehmen.
Ob wir schließlich beim Anwaltsessen irgendwann auch tanzen werden? Ich weiß es noch nicht …
WIE SIEHT EIN PERFEKTER TAG FÜR SIE AUS?
Man ist versucht, Harald Juhnke zu zitieren … aber im Ernst und mit Blick auf einen Arbeitstag: Gute Gespräche mit und für Mandanten führen, einen juristisch anspruchsvollen Schriftsatz vollenden, etwas für einen Verein organisieren, mit Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen scherzen und so früh Feierabend machen, dass ich mit lieben Menschen ein Glas Riesling in der Sonne genießen kann.
WAS WAR DAS KRIMINELLSTE, DAS SIE JEMALS GEMACHT HABEN?
Während und nach der Abiturzeit hat meine Freundesgruppe Partys organisiert. Unsere größte fand im legendären Tränenpalast statt, dem ehemaligen Grenzübergang an der Friedrichstraße. Dafür musste plakatiert werden – und da stand schon einer immer und schaute nach bläulichem Licht, während andere den Kleisterpinsel schwangen.
WAS WÄREN SIE, WENN SIE NICHT ANWALT GEWORDEN WÄREN?
Pfarrer oder Geschichtslehrer vielleicht. Für den einen Beruf war ich allerdings nicht lateinaffin genug, für den anderen gab es damals keine Anstellungsaussichten. Botschafter war lange ein Wunsch, aber die Weisungsgebundenheit hat mir letztlich nicht gefallen. Da passt das Berufsbild „Anwalt“ viel besser.

