Judical Training

Zur Digitalisierung der Justiz

Die Europäische Kommission hatte die Akteure drei Tage lang online zusammengebracht, um die Herausforderungen und notwendigen Kompetenzen für die Digitalisierung der Justiz zu diskutieren und vorzustellen.
In seiner Begrüßungsrede betonte Richard Susskind, dass es an der Zeit sei, die Frage: „Ist die Justiz eine Dienstleistung oder ein Ort“ in den Vordergrund zu stellen. Die Zukunft der Justiz liege in der Onlineabwicklung. Die Pandemie habe bereits zu einer ersten Akzeptanz der neuen Form geführt, aber noch nicht zu einer wirklichen Veränderung der Art und Weise, wie Gerichtsverhandlungen ablaufen – gleiche Regeln, gleiche Kosten, gleicher Personaleinsatz und vor allem gleichzeitige Anwesenheit.
Die Zukunft werde vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung und des weiter steigenden Bedarfs an Streitbeilegung mehr Onlinestreitbeilegung, direkte Interessenvertretung durch die Betroffenen und den Einsatz von KI bringen. KI sieht er positiv, da sie Richter entlaste, Betroffenen die Möglichkeit gebe, mögliche Entscheidungen vorherzusehen und insgesamt transparenter, offener, kosteneffizienter und nachhaltiger wirken könne.

Dr. Astrid Auer-Reinsdorff | Rechtsanwältin Berlin & Lissabon | Fachanwältin für Informationstechnologierecht | Business & IT-Law
Exklusiv für Mitglieder | Heft 07/08 2023 | 72. Jahrgang