Rechtsfragen beim Kontakt mit Extraterrestrischen
Klaus Stähle – Rechtsfragen beim Kontakt mit Extraterrestrischen Berliner Wissenschafts-Verlag 2023, 186 Seiten, 36,00 Euro, ISBN 978-3-8305-5514-8
Als Astronomiefreund und bekennendem Science-Fiction- Fan hat mich der Titel natürlich elektrisiert. Viele werden sich dagegen fragen: „Was soll das denn?“. Der Autor ist sich dieses Umstandes bewusst und ordnet im Vorwort sein Anliegen überzeugend ein. Area-51-Besucher und UFO-Spotter wird das Werk enttäuschen, weil der Autor das Thema ernsthaft angeht und versucht, juristische Fragen zu klären. Aus meiner Sicht ist das auch berechtigt: Denn ein physischer Kontakt ist zwar sehr, sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (dieser kleine Unterschied spielte schon für die Besatzung der „Heart of Gold“ eine elementare Rolle). Seine Stärken hat das Werk, wenn der Autor auf die „großen Fragen“ eingeht, z.B. wer eigentlich entscheidet, ob Kontakt gesucht werden soll, oder wie mit einem Kontakt umzugehen ist, und wer im Fall des Falles auf irdischer Seite Ansprechpartner sein soll.
Johannes Hofele | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Steuerrecht | Breiholdt und Partner Rechtsanwälte | Sprecher des Arbeitskreises Mietrecht und WEG im BAV
Überzeugend sind auch die Ausführungen, wenn er auf die Unzulänglichkeiten von uns Erdlingen aufmerksam macht, die es nicht schaffen, auch nur annähernd eine gerechte Verteilung von Ressourcen herzustellen, und im Übrigen seit über 100 Jahren dabei sind, den Planeten zugrunde zu richten. Auch die Frage, wie man sich über gemeinsame Grundwerte und Rechtsgrundsätze verständigen kann, ist ein interessantes Gedankenexperiment. Weniger spannend fand ich die Detailfragen, etwa über die Gestaltung von Gesetzen und Verträgen mit Außerirdischen oder Einreisebestimmungen für Außerirdische und Ähnliches, weil all diese Ansätze zwangsläufig von den irdischen Vorstellungen ausgehen müssen. Der Autor muss hier mit dem Problem umgehen, dass er versucht, das Undenkbare zu denken. Denn alles, was wir Menschen uns ausdenken, beruht zwingend auf menschlichen Denkmustern, aber – das betont der Autor auch – wir wissen nichts über etwaige außerirdische Intelligenz. Dennoch eine interessante Lektüre. Wie schon Mr. Spock gesagt haben soll: It’s life, Jim, but not as we know it.



