Lex is Rex
Der Slowenische Anwaltstag (SAT) 2025
Also, das mit dem Slowenischen Anwaltstag war so: Dietmar Kurze und ich, Jörg Schachschneider, hatten die Ehre und das Vergnügen, am Slowenischen Anwaltstag teilnehmen zu dürfen. Dieser fand vom 9. bis 10. Oktober 2025 statt. Wie auch beim DAT bei uns findet der Slowenische Anwaltstag an wechselnden Orten statt. Dieses Mal in dem malerischen Ort Ptuj (17.000 Einwohner). Genau, spricht sich ganz einfach so, wie man es schreibt. Slowenien selbst hat 2,2 Millionen Einwohner, darunter rund 5000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Slowe nien hat den Euro, und manchmal findet man deren Münzen auch bei uns.
Dr. Dietmar Kurze | Rechtsanwalt | stellv. Vorsitzender des BAV | Fachanwalt für Erbrecht und Vorsorgeanwalt in der Kanzlei Kärgel de Maizière & Partner | Sprecher des Arbeitskreises Erbrecht im Berliner Anwaltsverein
Jörg Schachschneider | Rechtsanwalt | Vorstandsmitglied des BAV | Mitglied der Satzungsversammlung bei der BRAK | www.BerlinerAnwalt.com
DA!
Los ging es am 9. Oktober mit einem Abendessen, freie Platzwahl. Ich weiß noch, wie ich Dietmar vorschlug: „Da!“ –, und dabei kannten wir noch gar nicht die slowenische und mazedonische Bedeutung dieses Wortes. Kredenzt wurde ein vielfältiges Buffet, das sich gewaschen hat! Selbst der mäkligste Esser konnte da mit Leichtigkeit sehr wohlschmeckende Speisen finden. Und das Dessert erst: Törtchen mit frischen Beeren in Confiserie-Qualität, wir haben die Teller vollgeladen. Schon der Auftakt war ein sehr gelungener Abend, was natürlich zuvorderst an den sympathischen Mit-Gästen lag.
RESPEKT VOR RECHTSANWÄLTEN UND GERICHTSENTSCHEIDUNGEN
Am frühen Morgen – jaja, weiß man ja aber vorher – des 10. Oktober startete im Kloster Dominican Monastery in Ptuj nach individueller Begrüßung aller Teilnehmer durch den Präsidenten der Slowenischen Rechtsanwaltskammer, Herrn Janez Starman, ein kleiner Empfang mit der sich anschließenden Konferenz. Diese begann mit dem Auftritt eines Orchesters (vermutlich das örtliche der Stadt Ptuj), welches die slowenische Nationalhymne (ebenso vermutlich, da wir die leider noch nicht kannten) und die europäische Hymne spielte. Janez Starman forderte in seiner Rede, dass Gesetze unbedingt respektiert werden müssten, vor allem von der Exekutive: „Respect for the law, lex is rex!“. Damit verbunden sei dann auch der Respekt vor Rechtsanwälten, deren Tätigkeit zur Durchsetzung des Gesetzes unabdingbar sei. Ein solcher Respekt sei nicht mehr immer gegeben. Starman mahnte auch die Akzeptanz von Gerichtsentscheidungen an, was vor allem dann besonders wichtig sei, wenn man damit nicht einverstanden sei. Dem kann und sollte man sich anschließen, mag ein Zähneknirschen manchmal auch noch so groß (was doch glücklicherweise wohl nur recht selten vorkommt) sein.
„Respekt vor Rechtsanwälten, deren Tätigkeit zur Durchsetzung des Gesetzes unabdingbar ist. Ein solcher Respekt ist nicht mehr immer gegeben“
Der Präsident der slowenischen Rechtsanwaltskammer wies abschließend auch darauf hin, dass das Gesetz jedoch nicht statisch sein dürfe, sondern auch dem Leben folgen müsse. Denn das könne Akzeptanz gerade befördern. Neben verschiedenen weiteren Rednern sprach die Bürgermeisterin von Ptuj ein sehr eloquentes Grußwort.
MANDANTEN SIND MENSCHEN!
Sodann wurde nach einer Balletteinlage der Dr.- Danilo- Majaron-Preis an zwei verdiente Juristen verliehen. In ihren Dankesreden sagte die zweite Ausgezeichnete Dr. Sara Ahlin Doljak besonders gelungen: „Rechtsanwälte sollten niemals vergessen, dass Mandanten Menschen sind! Denn das Gesetz wendet sich an Menschen!“ SCHUTZ DER ANWALTSCHAFT = SCHUTZ DER MANDANTEN Nach einer kleinen Kaffeepause ging es mit einem Runden Tisch weiter. Als übergreifendes Fazit soll genannt werden: Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind vor Beeinträchtigungen ihrer Tätigkeit zu schützen und dürfen nicht wegen ihrer Arbeit an sich verfolgt werden. Der Schutz der Rechtsanwaltschaft diene aber vor allem auch dem Schutz der Mandanten, der dadurch sogar in den Vordergrund treten könne, und deren Zugang zum Recht.
PITTORESKER KLOSTERGARTEN UND FINALE
Am Nachmittag gab es wieder Ausgezeichnetes und sehr reichlich zu essen, vieles frisch an Ort und Stelle angerichtet. Dann durften wir im Klostergarten bei Bilderbuchwetter rumlümmeln, bevor eine sehr fachkundige Stadtführung durch das schöne, geschichtsreiche Ptuj angesagt war. Zurück im Klostergarten gab es dann noch eine Weinprobe (Ptuj ist ein bedeutender Weinproduzent in Slowenien) und sogar noch eine Schokoladenprobe. Übrigens Schokoladenprobe: Falls Sie dieses Mal auf keinem Bild meine Zähne sehen – infolge jahrzehntelangen, schwersten Süßigkeitenmissbrauchs ist mir neulich ein Zahn im sichtbaren Bereich abgebrochen, und da die Zahnheilkunde seit 2000 Jahren gefühlt kaum Fortschritte gemacht zu haben scheint … Also, gelacht haben wir jedenfalls sehr viel, der Slowenische Anwaltstag mit seiner Stimmung war superklasse!
Und dabei kam das abendliche Finale ja erst noch: das große Gala-Dinner und der Ball! Essen, Gespräche, und eine Live-Band mit Gesang spielte bis gut 2:00 Uhr auf. Damit war der offizielle Teil des Slowenischen Anwaltstages beendet. Eine angeregte, lebenslustige Stimmung trug uns in den zweieinhalb Tagen durch viele neue Eindrücke und Erlebnisse. Die slowenische Rechtsanwaltskammer ist eine hervorragende Gastgeberin, vielen herzlichen Dank für die freundliche Einladung und tolle Organisation, wir haben uns sehr wohl gefühlt!
„Die slowenische Rechtsanwaltskammer ist eine hervorragende Gastgeberin, wir haben uns sehr wohl gefühlt“
Wieso steht zuvor etwas vom offiziellen Teil? Genau. Am nächsten Tag haben wir unter hoch qualifizierter anwaltlicher Begleitung noch Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, bis zum späten Abend besucht. Eine schöne, lebendige Stadt mit auch relativ deutlich weniger Anwaltsschildern (eine Ursache? ;-)) an den Häusern als in Berlin. Danke für den tollen Extra-Tag! „Da“ () heißt auf slowenisch und mazedonisch „Ja“, wird aber dort sehr viel öfter gebraucht als bei uns das Ja. Da! PS: Da wir Selbstzahler sind, haben wir es auch etwas krachen lassen. Wobei diese schönen Tage aber eh nicht mit Geld zu bezahlen waren. Da.















