Topographie des Terrors

Das Dokumentationszentrum

Auf dem Gelände des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrorapparats: das Geheime Staatspolizeiamt mit eigenem „Hausgefängnis“, die Reichsführung-SS, der Sicherheitsdienst (SD) der SS und ab 1939 das Reichssicherheitshauptamt. An diesem Ort wurden die meisten NS-Verbrechen zentral geplant und gesteuert.

Blick in die Dauerausstellung © Johanna Wensch
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors | Niederkirchnerstr. 8 – 10963 Berlin | topographie.de | Tel. 030 25 45 09-0

Das 2010 eröffnete Dokumentationszentrum gehört heute zu den meistbesuchten Orten der Wissensvermittlung über den Nationalsozialismus in Deutschland. Die Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht- Straße“ informiert über die zentralen Institutionen von SS und Polizei im „Dritten Reich“ und die von ihnen europaweit verübten Verbrechen. Ein Geländerundgang in 15 Stationen erschließt die noch erhaltenen baulichen Spuren auf dem historischen Areal. Im Außenbereich beleuchtet die Ausstellung „Berlin 1933 – 1945. Zwischen Propaganda und Terror“ die Rolle der Reichshauptstadt bei der Errichtung der NS-Diktatur. Wechselnde Sonderausstellungen vertiefen einzelne Aspekte der Geschichte.

Das Bildungsprogramm des Dokumentationszentrums bietet neben Führungen und Seminaren für Jugendliche ab 14 und interessierte Erwachsene auch spezifische Seminare für verschiedene Berufsgruppen – darunter Polizei, Schule, Erziehung, Soziale Arbeit, Pflege, Finanzverwaltung und Bundeswehr –, die sich mit dem Alltag der jeweiligen Berufsgruppe im Nationalsozialismus und ihrer Verstrickung in die NS-Verbrechen und -Verfolgungspraktiken beschäftigen.

RECHTSHISTORISCHE TAGESSEMINARE

Für Menschen in juristischen Berufen oder in der Ausbildung stehen vier Seminare zu Aspekten deutscher Justizgeschichte zur Auswahl. Sie thematisieren die Rolle der Justiz bei der nationalsozialistischen Ermordung von Patient*innen in Heil- und Pflegeanstalten („Euthanasie“), die Staatsanwaltschaft und Politische Justiz, Strafverteidigung und Gestapo im Nationalsozialismus oder Fritz Bauer und den Frankfurter Auschwitz-Prozess. Jedes der fünfstündigen Seminare umfasst eine Führung durch die Dauerausstellung. Die Teilnahme ist kostenlos. Informationen unter: www.topographie.de/bildungsangebote/fach-berufsgruppen

Die „Topographie des Terrors“ aus der Luft betrachtet; dahinter der Gropius Bau © Jürgen-Sendel

Heft 06 | 2025 | 74. Jahrgang